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# Mandantenisolation & Sicherheit

## Das VergeOS-Isolationsmodell

VergeOS-Multi-Tenancy basiert auf **architektonische Isolierung** — nicht nur auf richtlinienbasierter Trennung. Jeder Mandant ist ein vollständig gekapseltes Virtual Data Center (VDC) mit eigenem Netzwerk-Stack, exklusiven Speicher-Volumes und einer unabhängigen administrativen Grenze. Dies steht im Gegensatz zu Plattformen, die auf VLANs, Ressourcenpools oder RBAC-Regeln setzen, um Mandanten innerhalb einer gemeinsamen Verwaltungsebene zu trennen.

Das Isolationsmodell ruht auf vier Säulen:

```mermaid
graph TB
    subgraph isolation["VergeOS-Mandantenisolationsmodell"]
        direction LR
        NET["Netzwerk<br/>Kapselung<br/>──────<br/>L2/L3-Isolierung<br/>pro Mandant"]
        STOR["Speicher<br/>Isolierung<br/>──────<br/>Exklusive Volumes<br/>pro Mandant"]
        AUTH["Unabhängige<br/>Benutzerverwaltung<br/>──────<br/>Lokal, Parent-<br/>oder IdP/OIDC"]
        RES["Ressourcen-<br/>Garantien<br/>──────<br/>CPU/RAM/Speicher-<br/>Kontingente durchgesetzt"]
    end

    style isolation fill:#e8f5e9,stroke:#2e7d32
    style NET fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0
    style STOR fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0
    style AUTH fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0
    style RES fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0
```

***

## Netzwerk-Kapselung

Netzwerk-Kapselung ist die Grundlage der Mandantenisolierung. Wenn ein Mandant erstellt wird, stellt VergeOS automatisch ein virtuelles Netzwerk bereit, das **den gesamten Datenverkehr dieses Mandanten aggregiert und kapselt**. Aus Sicht des Mandanten ist dies sein physisches Netzwerk — er kann den Datenverkehr anderer Mandanten weder sehen noch mit ihm interagieren.

### Funktionsweise

* Jeder Mandant erhält sein eigenes **DMZ-Netzwerk** das als Routing-Backbone für alle Netzwerke innerhalb des Mandanten dient
* Der Mandantenverkehr wird auf **Layer 2 und Layer 3** gekapselt, wodurch die Kommunikation zwischen Mandanten auf Netzwerkebene verhindert wird
* Das gekapselte Netzwerk ermöglicht es Mandantenknoten, sicher zu kommunizieren, selbst wenn sie auf unterschiedlichen physischen Hosts laufen
* Mandanten können in ihrer eigenen Umgebung praktisch unbegrenzt viele interne Netzwerke erstellen

### Warum das wichtig ist

Im Gegensatz zur VLAN-basierten Segmentierung — bei der ein falsch konfiguriertes VLAN-Tag oder ein kompromittierter Switch Datenverkehr zwischen Mandanten offenlegen könnte — bietet die VergeOS-Netzwerk-Kapselung **Zero-Trust-Netzwerkisolierung** standardmäßig. Ein Mandant kann das Netzwerk eines anderen Mandanten nicht erreichen, selbst wenn sie dieselbe physische Infrastruktur teilen.

```mermaid
graph TB
    subgraph host["Physisches VergeOS-System"]
        EXT["Externes Netzwerk<br/>(Upstream-LAN/WAN)"]
        DMZ["Host-DMZ"]

        subgraph t1["Mandant A (gekapselt)"]
            T1_DMZ["Mandant A DMZ"]
            T1_INT1["Internes Netz 1"]
            T1_INT2["Internes Netz 2"]
            T1_INT1 --> T1_DMZ
            T1_INT2 --> T1_DMZ
        end

        subgraph t2["Mandant B (gekapselt)"]
            T2_DMZ["Mandant B DMZ"]
            T2_INT1["Internes Netz 1"]
            T2_INT2["Internes Netz 2"]
            T2_INT1 --> T2_DMZ
            T2_INT2 --> T2_DMZ
        end

        T1_DMZ --> DMZ
        T2_DMZ --> DMZ
        DMZ --> EXT
    end

    style t1 fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0
    style t2 fill:#fff3e0,stroke:#e65100
    style host fill:#e8f5e9,stroke:#2e7d32
```

***

## Dedizierte Speicher-Volumes

Jeder Tenant erhält **dedizierte Speicher-Volumes** innerhalb des vSAN, dem Mandanten präsentiert, als hätte er sein eigenes Speichersystem. Die Isolierung wird logisch durch Container-Dateisystem-Grenzen durchgesetzt — ein Mandant kann die Daten eines anderen Mandanten weder sehen noch darauf zugreifen — während das zugrunde liegende vSAN zur Effizienz Blöcke im gesamten Cluster dedupliziert.

Wesentliche Merkmale:

* **Mandantenbezogene Bereitstellung** — Speicher wird pro Ebene (NVMe, SSD, HDD) mit spezifischen Kapazitätszuweisungen bereitgestellt
* **Unabhängige Deduplizierung** — Die Deduplizierungsstatistiken jedes Mandanten spiegeln nur seine eigenen Daten wider. Die Deduplizierung arbeitet auf vSAN-Blockebene über das gesamte System hinweg; für Mandanten sichtbare Kennzahlen zeigen nur die Einsparungen des jeweiligen Mandanten
* **Thin Provisioning** — Der Mandantenspeicher wird per Thin Provisioning bereitgestellt. Ein 4-TB-VM-Laufwerk, das nur 200 GB Daten enthält, verbraucht etwa 200 GB vSAN-Kapazität (abzüglich Deduplizierungseinsparungen)
* **Verschlüsselungsunterstützung** — vSAN-Verschlüsselung (AES-256, bei der Installation konfiguriert) gilt für alle Daten einschließlich der Mandanten-Volumes

***

## Unabhängige Benutzerverwaltung

Jeder Mandant verwaltet seine Benutzerkonten und Authentifizierung unabhängig. Es stehen drei Authentifizierungsmodelle zur Verfügung:

| Modell                           | Beschreibung                                                                                                                                                                                                  | Anwendungsfall                                                     |
| -------------------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------------ |
| **Lokale Benutzer**              | Der Mandantenadministrator erstellt und verwaltet Benutzerkonten direkt in der Mandanten-UI                                                                                                                   | Kleine Mandanten, eigenständige Umgebungen                         |
| **Parent VergeOS (via OIDC)**    | Der Mandant authentifiziert sich über eine OIDC-Anwendung, die auf dem Parent-VergeOS-System definiert ist, sodass die Anmeldungen des Mandanten durch das Benutzerverzeichnis des Parents unterstützt werden | Managed Service Provider, die den Mandantenzugriff zentral steuern |
| **Drittanbieter-IdP (via OIDC)** | Der Mandant integriert sich via OIDC mit einem externen Identitätsanbieter (Okta, Azure AD/Entra, Google Cloud Identity usw.)                                                                                 | Unternehmensmandanten mit vorhandener Identitätsinfrastruktur      |

Die OIDC-Integration wird pro Mandant bei der Erstellung oder Änderung konfiguriert. Wenn eine OIDC-Anwendung ausgewählt wird, verwendet der Mandant den externen Identitätsanbieter für die Authentifizierung und behält gleichzeitig die lokale Autorisierung (Berechtigungen und Rollen) bei.

***

## Layer-2-Durchleitung zu Mandanten

In manchen Szenarien benötigt ein Mandant direkten Layer-2-Zugriff auf ein physisches VLAN — zum Beispiel, um sich mit einer dedizierten WAN-Verbindung, einem physischen Speichernetzwerk oder Legacy-Anwendungen mit erforderlicher L2-Nachbarschaft zu verbinden.

VergeOS bietet **Tenant Layer 2 Networks** (aktuelle VergeOS-Versionen) für eine vereinfachte VLAN-Durchleitung:

### Funktionsweise

1. Der Host-Administrator navigiert zu **Tenants → \[Tenant] → Layer2 Networks → Neu**
2. Wählt das externe Layer-2-Netzwerk (VLAN) zur Durchleitung aus
3. Aktiviert die Durchleitung

VergeOS erstellt automatisch drei Komponenten innerhalb des Mandanten:

* Ein **NIC-Schnittstelle** auf dem Mandantenknoten, der mit dem VLAN verbunden ist
* Ein **Physisches Netzwerk** (Backend-Infrastruktur)
* Ein **Externes Netzwerk** an das sich Mandanten-VMs anhängen können

### Verifizierungsliste

| Ebene             | Prüfen Sie                                                                          |
| ----------------- | ----------------------------------------------------------------------------------- |
| **Host**          | Layer-2-Netzwerk erscheint in der Layer2-Networks-Liste des Mandanten, Enabled = ON |
| **Mandant**       | Externe und physische Netzwerke erscheinen in der Networks-Liste des Mandanten      |
| **Infrastruktur** | Physische Switch-Ports tragen das VLAN zu den richtigen Knoten                      |
| **Konnektivität** | Eine Test-VM im Externen Netzwerk des Mandanten kann Geräte im VLAN erreichen       |

### Wichtige Einschränkungen

{% hint style="warning" %}
**Reservierte VLANs**

VLANs **1, 100, 101 und 102** sind für den internen VergeOS-Verkehr reserviert und können nicht für die Layer-2-Durchleitung verwendet werden.
{% endhint %}

{% hint style="warning" %}
**Das externe Netzwerk des Mandanten nicht taggen**

Das im Mandanten erstellte Externe Netzwerk ist bereits für das richtige VLAN getaggt. Fügen Sie **nicht** dem mandantenseitigen Externen Netzwerk keinen VLAN-Tag hinzu — dies ist eine häufige Fehlkonfiguration, die die Konnektivität beeinträchtigt.
{% endhint %}

### Entfernungsvorgang

Das Entfernen eines Tenant Layer 2 Network erfordert eine bestimmte Reihenfolge:

1. **Deaktivieren** das Layer-2-Netzwerk auf der Host-Seite
2. **Löschen** das Layer-2-Netzwerk auf der Host-Seite (NIC wird automatisch entfernt)
3. Im Mandanten: löschen Sie zuerst das **Externe** Netzwerk, dann das **Physische** Netzwerk

{% hint style="success" %}
Löschen Sie innerhalb des Mandanten immer zuerst das Externe Netzwerk und dann das Physische Netzwerk. Das Externe Netzwerk verweist auf das Physische Netzwerk als seine Schnittstelle; eine umgekehrte Reihenfolge führt zu einem Fehler.
{% endhint %}

***

## Mikrosegmentierung innerhalb von Mandanten

Jeder Mandant kann seine eigene Mikrosegmentierungsstrategie mit denselben Netzwerkwerkzeugen umsetzen, die auf Host-Ebene verfügbar sind:

* **Interne Netzwerke** — Jedes interne Netzwerk ist ein standardmäßig sicheres, isoliertes Segment. Es fließt kein Verkehr hinein oder hinaus, bis explizite Regeln hinzugefügt werden.
* **Netzwerkregeln** — Granulare Firewall-Regeln (Accept, Drop, Reject), NAT/PAT und statische Routen pro Netzwerk
* **Netzwerk-Aliasse** — IP-Adressen oder CIDR-Bereiche für eine vereinfachte Richtlinienverwaltung gruppieren
* **Port-Spiegelung** — Den Verkehr eines Netzwerks zur Analyse auf eine VM-NIC spiegeln

Dies ermöglicht **Zero-Trust-Prinzipien** innerhalb jedes Mandanten — Workloads sind standardmäßig isoliert und kommunizieren nur über ausdrücklich erlaubte Pfade.

***

## Ressourcen-Garantien

Die Ressourcenzuweisung für Mandanten wird auf Plattformebene durchgesetzt:

* **CPU und RAM** — Den Mandantenknoten zugewiesene Kerne und RAM sind dedizierte Zuweisungen; das Host-System berücksichtigt die Ressourcen der Mandantenknoten bei der Planung
* **Speicher** — Der pro Ebene bereitgestellte Speicher definiert die Kapazität des Mandanten. Obwohl bereitgestellter Speicher keine harte Grenze ist, werden Protokollwarnungen ausgelöst, wenn sich ein Mandant seinem Schwellenwert nähert
* **Netzwerkbandbreite** — Ratenbegrenzung kann pro Netzwerkregel zur Traffic-Steuerung angewendet werden

***

## Mandantenüberwachung vom Parent aus

Das Host-(Parent-)System behält vollständige Sicht auf die Mandantenaktivitäten, ohne die Mandantenisolierung zu verletzen.

### Dashboard aller Mandanten

Das Dashboard aller Mandanten bietet einen Überblick über alle Mandanten mit:

* **Statusanzeigen** — Anzahl der eingeschalteten Mandanten und Mandantenknoten
* **Top-Auslastungslisten** — CPU-, RAM-, Speicher- und Netzwerknutzung nach Mandant sortiert
* **Schnelllinks** — Klicken Sie auf einen beliebigen Mandanten, um zu seinem individuellen Dashboard zu gelangen

### Individuelles Mandanten-Dashboard

Das Dashboard jedes Mandanten zeigt:

* **CPU-, RAM- und Speichernutzung** in Diagrammen mit 5-Minuten-Intervallen
* **5-Sekunden-Heartbeat** Statistiken für die Echtzeitüberwachung
* **Protokolleinträge** mit rot hervorgehobenen Fehlern
* **Speichermetriken** — Verwendete, bereitgestellte und zugewiesene Werte

### Nutzungsberichte für die Abrechnung

VergeOS speichert Nutzungsstatistiken pro Mandant zur Unterstützung von **Abrechnung nach dem 95. Perzentil**:

1. Navigieren Sie zum Mandanten-Dashboard → **Verlauf**
2. Wählen Sie einen Filterzeitraum (Monat, benutzerdefinierter Bereich)
3. Klicken Sie auf **Anwenden** um Diagramme zu erzeugen, die Durchschnitt, Maximum und 95. Perzentil zeigen
4. Für die Abrechnungsintegration als CSV exportieren

Alternativ konfigurieren Sie ein **Abonnement** (System → Abonnements → Neu) mit:

* Zieltyp: *Mandanten-Dashboard*
* Typ: *Geplant*
* Profil: *Mandanten-Nutzung*

Dies liefert automatisierte Nutzungsberichte per E-Mail gemäß Ihrem konfigurierten Zeitplan.

### Snapshot-Freigabe

Wenn die **System-Snapshots freigeben** Option für einen Mandanten aktiviert ist, kann der Mandant die auf dem Host verfügbaren Snapshots durchsuchen und seinen eigenen Mandantensnapshot anhand der Snapshot-Zeitstempel des Anbieters selbst herunterladen. Dadurch können Mandanten ihre eigenen Systeme wiederherstellen, ohne dass ein Eingreifen des Host-Administrators erforderlich ist.

### Audit und Alarmierung

* **Abonnements** können E-Mail-Benachrichtigungen für Statusfehler, Warnungen oder Schwellenwertüberschreitungen von Mandanten auslösen
* **Geplante Berichte** können tägliche/wöchentliche Dashboard-Zusammenfassungen an Administratoren liefern
* Das **API** kann Mandantennutzungsdaten an externe Abrechnungs- oder Überwachungssysteme exportieren

***

## Mandanten-Snapshots und Wiederherstellungen

Jeder Mandant kann unabhängig gesnapshottet und wiederhergestellt werden:

* **Snapshots pro Mandant** — Der Host kann Snapshots einzelner Mandanten erstellen, ohne andere Mandanten zu beeinträchtigen
* **Vom Mandanten gesteuerte Snapshots** — Mandanten können ihre eigenen Snapshot-Zeitpläne und Aufbewahrungsrichtlinien innerhalb ihres VDC verwalten
* **Granulare Wiederherstellung** — Stellen Sie einen gesamten Mandanten, einzelne VMs oder bestimmte Daten aus jedem Snapshot-Zeitpunkt wieder her
* **DR-Replikation** — Mandantensnapshots können per Site-Sync an entfernte Standorte repliziert werden, mit DR-Richtlinien pro Mandant

***

## Best Practices

### Standardmäßig Kapselung verwenden

Verwenden Sie die integrierte Netzwerk-Kapselung von VergeOS für alle Mandanten. Konfigurieren Sie Layer-2-Durchleitung nur dann, wenn eine spezifische Anforderung für direkten VLAN-Zugriff besteht.

### VLAN-Zuweisungen dokumentieren

Führen Sie eine klare Dokumentation darüber, welche VLANs an welche Mandanten durchgeleitet werden, einschließlich VLAN-IDs, Zwecken und Switch-Port-Konfigurationen.

### Netzwerk nach dem Prinzip der geringsten Rechte

Beginnen Sie innerhalb jedes Mandanten mit standardmäßig sicheren internen Netzwerken und öffnen Sie den Zugriff nur über explizite Firewall-Regeln. Folgen Sie Zero-Trust-Prinzipien.

### Speicherschwellen überwachen

Konfigurieren Sie Abonnements, um Warnungen auszulösen, wenn der Mandantenspeicher sich den bereitgestellten Limits nähert. Thin Provisioning bedeutet, dass der zugewiesene Wert den genutzten Wert weit übersteigen kann — überwachen Sie „used“, um den tatsächlichen Verbrauch nachzuverfolgen.

### OIDC für Unternehmensmandanten verwenden

Für Unternehmensmandanten mit vorhandener Identitätsinfrastruktur konfigurieren Sie eine OIDC-Integration, anstatt lokale Benutzerkonten innerhalb jedes Mandanten zu verwalten.

### Reihenfolge bei der L2-Entfernung

Beim Entfernen der Layer-2-Durchleitung immer zuerst auf dem Host deaktivieren und löschen, dann innerhalb des Mandanten zuerst das Externe und danach das Physische Netzwerk bereinigen.


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# Agent Instructions
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