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# VM-Erstellung & -Lebenszyklus

## Überblick

Virtuelle Maschinen sind die primäre Workload-Einheit in VergeOS. Die VergeOS-Benutzeroberfläche bietet einen optimierten Workflow zum Erstellen von VMs, zum Anbinden von Speicher und Netzwerk sowie zur Verwaltung des gesamten Lebenszyklus -- vom ersten Start bis hin zu Snapshots, Klonen und Live-Migration. Ganz gleich, ob Sie einen einzelnen Testserver aufbauen oder Hunderte Produktions-Workloads bereitstellen, der Prozess folgt immer demselben konsistenten Muster.

VergeOS bietet vier Methoden zum Erstellen einer VM an:

| Methode                   | Beschreibung                                                 | Anwendungsfall                                         |
| ------------------------- | ------------------------------------------------------------ | ------------------------------------------------------ |
| **Benutzerdefinierte VM** | Leere VM ohne Laufwerke oder NICs -- Sie konfigurieren alles | Vollständige Kontrolle über die Hardwarekonfiguration  |
| **Rezept**                | Vorlagenbasierte Golden-Image-Vorlage mit geführten Fragen   | Standardisierte, wiederholbare Bereitstellungen        |
| **Klon**                  | Kopie einer vorhandenen VM mit neuen MAC-Adressen            | Schnelles Duplizieren laufender Workloads              |
| **Importieren**           | Aus OVF/OVA-, VMX-, VMDK-, VHDX- oder QCOW2-Dateien          | Migration von VMware, Hyper-V oder anderen Plattformen |

```mermaid
flowchart LR
    subgraph creation["VM-Erstellungsmethoden"]
        direction TB
        C["Benutzerdefinierte VM"]
        R["Rezept"]
        CL["Klon"]
        I["Importieren"]
    end

    subgraph config["Konfiguration"]
        direction TB
        CPU["CPU & RAM"]
        D["Laufwerke"]
        N["NICs"]
        ADV["Erweiterte Einstellungen"]
    end

    subgraph lifecycle["Lebenszyklus-Operationen"]
        direction TB
        START["Starten / Stoppen / Neustarten"]
        SNAP["Snapshot"]
        CLONE["Klon"]
        MIG["Live-Migration"]
    end

    creation --> config --> lifecycle
```

## Erstellen einer benutzerdefinierten VM

Eine benutzerdefinierte VM wird als leere Hülle erstellt -- keine Laufwerke, keine NICs, kein Betriebssystem. So haben Sie vollständige Kontrolle über jeden Aspekt der Hardwarekonfiguration, bevor Sie ein Gastsbetriebssystem installieren.

### Kurzanleitung

1. Über das **Cloud-Dashboard**, klicken Sie auf **Machines** > **Virtuelle Maschinen**.
2. Klicken Sie auf **Neu** aus dem linken Menü.
3. Wählen Sie **-- Benutzerdefiniert --** in der Optionsliste.
4. Klicken Sie auf **Weiter** und konfigurieren Sie die VM-Felder (siehe die Feldreferenz unten).
5. Klicken Sie auf **Senden** um die VM zu erstellen.
6. Fügen Sie **Laufwerke** und **NICs** über das VM-Dashboard hinzu (in den Abschnitten unten ausführlich beschrieben).
7. **Starten Sie** die VM und installieren Sie ein Gastsbetriebssystem von einem ISO-Image oder importieren Sie ein Laufwerk.

{% hint style="success" %}
**Schnell loslegen**

Wenn Sie einfach schnell eine funktionsfähige VM möchten, verwenden Sie statt Benutzerdefiniert ein **Rezept** Rezept. Rezepte enthalten vorkonfigurierte Laufwerke, NICs und ein OS-Image -- Sie beantworten nur wenige Fragen (Kerne, RAM, Netzwerk, Speicherebene) und die VM ist startbereit.
{% endhint %}

## VM-Feldreferenz

Beim Erstellen oder Bearbeiten einer VM steuern die folgenden Felder ihre Hardwarekonfiguration:

| Feld                      | Beschreibung                                                                                                                                                                   | Empfehlung                                                                                                                                                                           |
| ------------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ |
| **Namen**                 | Eindeutige Kennung für die VM                                                                                                                                                  | Verwenden Sie aussagekräftige, konsistente Namen                                                                                                                                     |
| **CPU-Kerne**             | Anzahl der virtuellen CPU-Kerne                                                                                                                                                | Mit Vorsicht beginnen; bei Bedarf erhöhen                                                                                                                                            |
| **RAM (MB)**              | Speicherzuweisung in Megabyte                                                                                                                                                  | Beginnen Sie bei der RAM-Zuweisung konservativ und skalieren Sie anhand des Monitorings                                                                                              |
| **Betriebssystemfamilie** | Windows, Linux, FreeBSD oder Andere                                                                                                                                            | Beeinflusst QEMU-Flags und Leistungsoptimierung                                                                                                                                      |
| **Maschinentyp**          | Q35 (modern) oder i440FX (Legacy)                                                                                                                                              | **Q35** wird für alle neuen VMs empfohlen                                                                                                                                            |
| **UEFI**                  | UEFI-Boot-Firmware aktivieren                                                                                                                                                  | Erforderlich für Secure Boot und moderne Betriebssystemfunktionen                                                                                                                    |
| **Secure Boot**           | Validiert Signaturen der Boot-Kette                                                                                                                                            | Für Windows Server 2016+ und gehärtetes Linux aktivieren                                                                                                                             |
| **QEMU-Gast-Agent**       | Kommunikationskanal vom Host zum Gast                                                                                                                                          | **Immer aktivieren** -- erforderlich für quieszierte Snapshots                                                                                                                       |
| **Video**                 | Anzeigeadapter (`std`, `cirrus`, `vmware`, `qxl`, `virtio`)                                                                                                                    | Standardmäßiges VESA-2.0-Default; wählen Sie QXL bei Verwendung der SPICE-Konsole; wählen Sie VirtIO nur dann, wenn der physische Knoten über eine geeignete GPU verfügt (z. B. VDI) |
| **Konsole**               | VNC, SPICE oder Seriell                                                                                                                                                        | SPICE für Desktops; VNC für allgemeinen Gebrauch                                                                                                                                     |
| **Boot-Reihenfolge**      | Priorität der Boot-Geräte                                                                                                                                                      | OS-Laufwerk auf Reihenfolge 0 setzen                                                                                                                                                 |
| **HA-Gruppe**             | Hochverfügbarkeits-Platzierungsgruppe; der Gruppenname hält VMs auf separaten Knoten (negative Affinität), und ein `+name` Präfix platziert sie gemeinsam (positive Affinität) | Hält zusammengehörige VMs auf separaten Knoten                                                                                                                                       |
| **Bevorzugter Knoten**    | VM an einen bestimmten Knoten binden                                                                                                                                           | Sparsam verwenden -- schränkt die Failover-Flexibilität ein                                                                                                                          |
| **Snapshot-Profil**       | Automatisierter Snapshot-Zeitplan                                                                                                                                              | Für VM-spezifische Backups zusätzlich zu Systemsnapshots zuweisen                                                                                                                    |
| **RTC-Basis**             | UTC oder lokale Zeit                                                                                                                                                           | UTC für Linux; Windows so konfigurieren, dass UTC verwendet wird, oder auf lokale Zeit einstellen                                                                                    |
| **Hotplug zulassen**      | Hot-Plug für Laufwerke/NICs aktivieren                                                                                                                                         | Standardmäßig aktiviert -- eingeschaltet lassen                                                                                                                                      |

{% hint style="info" %}
**VMware Bridge**

Das VergeOS-VM-Erstellungsformular entspricht in etwa vSpheres **Einstellungen bearbeiten** Dialog: Maschinentyp Q35 entspricht einer neueren virtuellen Hardwareversion, und der Gast-Agent ersetzt VMware Tools für quieszierte Snapshots, IP-Meldungen und ein sauberes Herunterfahren. VMs werden als leere Hüllen erstellt; Laufwerke und NICs werden als separate Objekte hinzugefügt.
{% endhint %}

## Laufwerke hinzufügen

Laufwerke werden nach der Erstellung zur VM hinzugefügt. Über das **VM-Dashboard**, klicken Sie auf **Laufwerke** > **Neu** (oder verwenden Sie den **Neues Laufwerk** Shortcut im linken Menü).

### Medientypen für Laufwerke

| Medientyp                  | Beschreibung                                                                                |
| -------------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Festplatte**             | Leeres virtuelles Laufwerk (Thin Provisioning)                                              |
| **CD-ROM**                 | Schreibgeschütztes ISO-Medium für die Betriebssysteminstallation                            |
| **Festplatte klonen**      | Duplikat einer vorhandenen `.raw` Festplatte in derselben Cloud                             |
| **Festplatte importieren** | Erstellen aus hochgeladenen Festplatten-Images (`.vmdk`, `.qcow2`, `.vhd`, `.vhdx`, `.raw`) |
| **Nicht persistent**       | Kehrt bei jedem Start zu einem Golden Image zurück (ideal für VDI)                          |
| **EFI-Laufwerk**           | Automatisch erzeugte UEFI-Firmwarefestplatte (vom System verwaltet)                         |

### Laufwerks-Schnittstellentypen

| Schnittstelle                            | Leistung      | Hinweise                                                                                                                                                               |
| ---------------------------------------- | ------------- | ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Virtio-SCSI**                          | Ausgezeichnet | **Für alle neuen VMs empfohlen.** Unterstützt Hot-Plug, TRIM/Discard und Online-Größenänderung. Linux enthält Treiber nativ; Windows erfordert die VirtIO-Treiber-ISO. |
| **Virtio-SCSI (dedizierter Controller)** | Ausgezeichnet | Verwenden Sie dies, wenn Sie Laufwerke innerhalb derselben VM über verschiedene Speicherebenen mischen.                                                                |
| **Virtio (Legacy)**                      | Maximale I/O  | Höchster Rohdurchsatz, aber ohne SCSI-Funktionen wie TRIM.                                                                                                             |
| **SATA (AHCI)**                          | Gut           | Nur für den Q35-Maschinentyp. Breite Kompatibilität mit Gastbetriebssystemen.                                                                                          |
| **IDE**                                  | Einfach       | Nur für den i440FX-Maschinentyp. Legacy-Kompatibilität.                                                                                                                |
| **LSI**                                  | Gut           | VMware-Kompatibilitätsmodus.                                                                                                                                           |

### Bevorzugte Ebene

Jedem Festplattenlaufwerk wird eine **bevorzugte Ebene** zugewiesen, die bestimmt, welche vSAN-Speicherebene die Daten hält. Wählen Sie entsprechend Ihren Workload-Anforderungen:

* **Tier 1** (NVMe) -- Höchste Leistung für Datenbanken und latenzempfindliche Workloads
* **Tier 2** (SSD) -- Gutes Gleichgewicht aus Leistung und Kapazität
* **Tier 3** (SSD/HDD) -- Speicher für allgemeine Zwecke
* **Ebene 4–5** (HDD/Archiv) -- kapazitätsoptimiert für kalte Daten

{% hint style="success" %}
VergeOS verwendet **Thin Provisioning** -- das Zuweisen einer großzügigen Festplattengröße belegt erst dann Speicherplatz, wenn der Gast tatsächlich Daten schreibt. Oft ist es besser, anfangs zu großzügig zu dimensionieren, statt später erweitern zu müssen.
{% endhint %}

## NICs hinzufügen

Klicken Sie im VM-Dashboard auf **NICs** > **Neu** um eine Netzwerkschnittstelle hinzuzufügen.

### NIC-Konfigurationsfelder

| Feld                   | Beschreibung                                                                                                                                                 |
| ---------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ |
| **Namen**              | Optionales Label (empfohlen bei mehreren NICs)                                                                                                               |
| **Schnittstelle**      | **Virtio** (empfohlen), Intel E1000, AMD PCnet, Realtek 8139. Importierte VMware-/Hyper-V-VMs können außerdem `e1000e`, `vmxnet3`, oder `igb` (Intel 82576). |
| **Netzwerk**           | Ziel-virtuelles Netzwerk (intern oder extern)                                                                                                                |
| **MAC-Adresse der VM** | Automatisch erzeugt oder manuell angegeben                                                                                                                   |
| **Aktiviert**          | NIC ohne Löschen ein-/ausschalten                                                                                                                            |
| **Asset**              | Eindeutige Kennung für die Verwendung in Rezepten                                                                                                            |

{% hint style="success" %}
**Virtio** bietet die beste Netzwerkleistung. Linux enthält VirtIO-Treiber nativ. Für Windows installieren Sie die Treiber von der [VirtIO-Treiber-ISO](https://fedorapeople.org/groups/virt/virtio-win/direct-downloads/stable-virtio/virtio-win.iso) oder verwenden Sie die benutzerdefinierten Windows-ISOs von VergeOS, die sie bündeln.
{% endhint %}

## Hot-Plug-Funktionen

VergeOS unterstützt das Ändern bestimmter VM-Hardware, während die VM läuft, gesteuert durch die **Hotplug zulassen** Einstellung (standardmäßig aktiviert).

### Was hot-plugfähig ist

| Ressource                   | Hot-Plug? | Hinweise                                                                  |
| --------------------------- | --------- | ------------------------------------------------------------------------- |
| **Laufwerke**               | Ja        | Gastsbetriebssystem muss Hot-Add unterstützen; Virtio-SCSI wird empfohlen |
| **NICs**                    | Ja        | Von modernen Gastbetriebssystemen weitgehend unterstützt                  |
| **Laufwerksgrößenänderung** | Ja        | Virtio-SCSI-Laufwerke können ohne Neustart erweitert werden               |

### Was einen Neustart erfordert

| Ressource        | Hinweise                                                                  |
| ---------------- | ------------------------------------------------------------------------- |
| **RAM**          | Speicheränderungen erfordern immer ein Ausschalten und Einschalten der VM |
| **CPU-Kerne**    | Änderungen der Kernanzahl erfordern immer einen Neustart                  |
| **Konsolentyp**  | Änderungen an VNC/SPICE/Seriell werden beim nächsten Einschalten wirksam  |
| **Grafikkarte**  | Änderungen am Videoadapter erfordern einen Neustart                       |
| **Maschinentyp** | Änderungen am Chipsatz erfordern einen Neustart                           |
| **UEFI/BIOS**    | Änderungen des Bootmodus erfordern einen Neustart                         |

{% hint style="info" %}
**Nutanix Bridge**

Kommen Sie von Nutanix AHV? VergeOS-Hot-Plug funktioniert bei Laufwerken und NICs für VMs; für Live-CPU-/RAM-Größenanpassungen verwenden Sie **Mandantenknoten** — das übergeordnete System kann die Kerne und den RAM eines Mandantenknotens anpassen, ohne die darin laufenden Workloads neu zu starten.
{% endhint %}

## Eine VM aus einem Klon erstellen

Beim Klonen wird eine neue VM-Instanz als Kopie einer vorhandenen VM erstellt. Das ist nützlich, um Workloads schnell zu duplizieren, Testumgebungen zu erstellen oder identische Server zu skalieren.

### Klon-Optionen

| Option                       | Standard         | Beschreibung                                                                                             |
| ---------------------------- | ---------------- | -------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **VM-Name**                  | `<original>Klon` | Nach Wunsch umbenennen                                                                                   |
| **MAC-Adressen beibehalten** | Aus              | Erzeugt neue MACs (sicher für den Betrieb im selben Netzwerk)                                            |
| **Geräte-UUIDs beibehalten** | Aus              | Erzeugt neue UUIDs (nur aktivieren, wenn die Anwendung dies erfordert)                                   |
| **Dateisystem ruhen lassen** | Aus              | Friert das Dateisystem ein und leert Puffer für einen anwendungskonsistenten Klon (erfordert Gast-Agent) |

### Klon-Kurzanleitung

1. Navigieren Sie zu **Machines** > **Virtuelle Maschinen** > **Neu**.
2. Wählen Sie **--Klon--** in der Optionsliste.
3. Wählen Sie die Quell-VM aus der verfügbaren Liste aus.
4. Klicken Sie auf **Weiter**, konfigurieren Sie die Klonoptionen und klicken Sie auf **Senden**.

{% hint style="warning" %}
Wenn Sie einen Klon im selben Netzwerk wie das Original mit **MAC-Adressen beibehalten** aktiviert ausführen, führt dies zu Netzwerk-Konflikten. Vergewissern Sie sich immer, dass MAC-Adressen und IP-Konfigurationen eindeutig sind, bevor Sie den Klon einschalten.
{% endhint %}

## Lebenszyklus-Operationen

Sobald eine VM erstellt und konfiguriert ist, stehen im VM-Dashboard folgende Operationen zur Verfügung:

```mermaid
stateDiagram-v2
    [*] --> Gestoppt
    Gestoppt --> Läuft : Einschalten
    Läuft --> Gestoppt : Ausschalten / Herunterfahren
    Läuft --> Läuft : Neustarten
    Läuft --> Im Ruhezustand : Ruhezustand
    Im Ruhezustand --> Läuft : Fortsetzen
    Läuft --> Läuft : Live-Migration
    Läuft --> Snapshot : Snapshot erstellen
    Snapshot --> Läuft
    Gestoppt --> Geklont : Klonen
    Geklont --> [*]
```

| Operation          | Beschreibung                                                                           |
| ------------------ | -------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Einschalten**    | Die VM starten                                                                         |
| **Ausschalten**    | Sofortiges Ausschalten (verwenden Sie Herunterfahren für ein sauberes Stoppen)         |
| **Herunterfahren** | Durch ACPI ausgelöstes sauberes Herunterfahren über das Gastbetriebssystem             |
| **Neustarten**     | Sauberer Neustart                                                                      |
| **Ruhezustand**    | Speichert den VM-Zustand auf der Festplatte und stoppt (Fortsetzung im selben Zustand) |
| **Snapshot**       | Einen Zeitpunkt-Backup erstellen (manuell oder geplant)                                |
| **Klon**           | Eine Kopie der VM erstellen                                                            |
| **Live-Migration** | Eine laufende VM ohne Ausfallzeit auf einen anderen Knoten verschieben                 |

### Snapshot-Methoden

VergeOS bietet drei Ebenen von VM-Snapshot-Schutz:

| Methode                           | Bereich                            | Unterstützung für Quiescing | Anwendungsfall                              |
| --------------------------------- | ---------------------------------- | --------------------------- | ------------------------------------------- |
| **Vollständiger System-Snapshot** | Alle VMs, Mandanten, Einstellungen | Nein                        | Systemweite DR-Wiederherstellungspunkte     |
| **Teilweiser System-Snapshot**    | Nur markierte VMs/Mandanten        | Ja (nach Tag)               | Höhere Frequenz für ausgewählte Workloads   |
| **Einzelner VM-Snapshot**         | Eine einzelne VM                   | Ja (falls ausgewählt)       | Schutz pro VM, Backups vor Wartungsarbeiten |

**Quieszierte Snapshots** frieren das Gastsystem-Dateisystem ein und leeren Schreibpuffer vor der Erfassung, wodurch anwendungskonsistente Backups bereitgestellt werden. Auf Windows-VMs werden VSS-Writer für VSS-fähige Anwendungen aufgerufen. Der **Gast-Agent muss installiert und registriert sein** damit quieszierte Snapshots funktionieren.

### Live-Migration

Bei der Live-Migration wird eine laufende VM ohne Ausfallzeit von einem physischen Knoten auf einen anderen verschoben. Dies ist wichtig für:

* **Geplante Wartung** -- VMs auslagern, bevor ein Knoten offline genommen wird
* **Lastverteilung** -- Workloads im Cluster neu verteilen
* **Hardware-Upgrades** -- VMs von einem Knoten verschieben, bevor Komponenten ersetzt werden

VergeOS übernimmt die Live-Migration während Wartungsarbeiten automatisch, oder Sie können sie manuell über das VM-Dashboard auslösen.

## Gast-Agent

Das **QEMU-Gast-Agent** ist ein leichtgewichtiger Dienst, der im Gastsbetriebssystem installiert wird und die Kommunikation vom Host zum Gast ermöglicht. Er ist für Produktions-VMs entscheidend.

### Vorteile des Gast-Agenten

* **Quieszierte Snapshots** -- Anwendungskonsistente Backups mit Dateisystem-Freeze
* **Berichterstattung der IP-Adresse** -- Gast-IP und Hostname im VM-Dashboard sichtbar
* **Sauberes Herunterfahren** -- Zuverlässiges Ausschalten ohne Abhängigkeit von ACPI
* **VSS-Integration** -- Windows Volume Shadow Copy für datenbankkonsistente Snapshots

### Installation

| Plattform         | Installationsbefehl                                                                                                                                                                |
| ----------------- | ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Debian/Ubuntu** | `apt-get install qemu-guest-agent`                                                                                                                                                 |
| **RHEL/CentOS**   | `yum install qemu-guest-agent`                                                                                                                                                     |
| **Windows**       | Installieren `virtio-win-guest-tools.exe` aus dem [VirtIO-Treiberpaket](https://fedorapeople.org/groups/virt/virtio-win/direct-downloads/stable-virtio/virtio-win-guest-tools.exe) |

Nach der Installation überprüfen Sie, ob der Agent verbunden ist, indem Sie das **Gast-Agent** Kontrollkästchen im VM-Dashboard prüfen -- neben ihm erscheint bei erfolgreicher Verbindung eine Versionsnummer.

## Best Practices

### RAM richtig dimensionieren

Beginnen Sie bei der RAM-Zuweisung konservativ und skalieren Sie anhand des tatsächlichen Workload-Monitorings hoch.

### Virtio überall verwenden

Wählen Sie **Virtio-SCSI** für Laufwerke und **Virtio** für NICs. Diese paravirtualisierten Treiber liefern eine nahezu native Leistung. Installieren Sie VirtIO-Treiber unter Windows, bevor Sie die Schnittstellen wechseln.

### Gast-Agent immer aktivieren

Der Gast-Agent ermöglicht quiesced Snapshots, IP-Berichte und ein ordnungsgemäßes Herunterfahren. Installieren Sie ihn auf jeder Produktions-VM unmittelbar nach der Betriebssystemeinrichtung.

### Energiesparen im Gast deaktivieren

Energiesparfunktionen des Gastbetriebssystems bringen in einer virtuellen Umgebung keinen Vorteil und können Leistungsprobleme verursachen. Verwenden Sie ein **Leistung** Leistungsprofil innerhalb des Gasts.

## Einstiegspfad

1. **Erstellen Sie eine benutzerdefinierte VM** mit 2 Kernen, 4 GB RAM, Q35-Maschinentyp, aktiviertem UEFI und aktiviertem Gast-Agenten
2. **Einen Virtio-SCSI-Datenträger hinzufügen** (50 GB auf Ihrer bevorzugten Stufe) und ein **CD-ROM** mit einem OS-ISO
3. **Eine Virtio-NIC hinzufügen** mit Ihrem internen Netzwerk verbunden
4. **Starten Sie** und das Gastbetriebssystem installieren
5. **Den Gast-Agenten installieren** im Gast
6. **Einen Snapshot erstellen** als Ihren ersten Wiederherstellungspunkt
7. **Lebenszyklusvorgänge testen** -- die VM neu starten, klonen und migrieren


---

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```

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